🩺 Gesundheit & Risikoprüfung – Gesundheitsfragen richtig beantworten
🩺 Gesundheit & Risikoprüfung: Worum geht’s wirklich? #
Die Risikoprüfung in der privaten Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) klärt, ob und zu welchen Konditionen ein Versicherer deinen Schutz übernimmt. Sie basiert auf deinen Gesundheitsangaben, möglichen Nachweisen (Arztberichte, Verordnungen) sowie Faktoren wie Hobbys, Beruf und Reisen. Ziel ist keine „Prüfung“ im klassischen Sinn, sondern Transparenz: Der Versicherer bewertet das zu übernehmende Risiko – du erhältst im Gegenzug verlässlichen Schutz.
Frau Sander: „Wenn wir die Gesundheitsfragen vollständig und korrekt beantworten, vermeiden wir spätere Diskussionen in der Leistungsprüfung – und erhöhen die Chance auf faire Annahme heute.“
Tipp: Über den Arbeitgeber besteht ggf. die Möglichkeit einer betrieblichen BU. Dort wird je nach Gruppenvertrag komplett auf Gesundheitsfragen verzichtet. D.h. evtl. Vorerkrankungen spielen keine Rolle. Gern stellen wir Ihrem Arbeitgeber das Konzept vor!

📋 Grundprinzipien: So beantwortest du Gesundheitsfragen korrekt #
- ✅ Vollständig: Alle abgefragten Diagnosen, Beschwerden, Behandlungen, Medikamente, Therapien, Untersuchungen im geforderten Zeitraum angeben.
- ✅ Richtig: Nichts beschönigen oder weglassen. Verdachtsdiagnosen als solche benennen („Verdacht auf …; abgeklärt am …; ohne Befund“).
- ✅ Konkret: Zeitraum (von–bis), Art der Behandlung, Arzt/Fachrichtung, Ergebnis (abgeklungen/chronisch), letzte Beschwerden.
- ✅ Nachvollziehbar: Kurz erläutern, was zur Stabilität geführt hat (z. B. Therapie abgeschlossen, Lifestyle‑Anpassungen).
- ✅ Dokumentiert: Belege bereithalten – beschleunigt die Annahme und reduziert Rückfragen.
Tipp von Frau Sander: „Wir beantworten exakt das, was gefragt ist – nicht mehr, nicht weniger. Kontext hilft, Stabilität zu zeigen.“
🗓️ Zeiträume & Bereiche: Was genau wird abgefragt? #
Die meisten BU‑Anträge fragen nach definierten Zeiträumen und Bereichen – je nach Versicherer leicht unterschiedlich. Häufige Muster:
- 📅 Ambulante Behandlungen: meist letzte 3–5 Jahre (Hausarzt, Facharzt, Physio, Psychotherapie).
- 🏥 Stationäre Aufenthalte/Operationen: häufig letzte 5–10 Jahre.
- 🧠 Psychische Beschwerden: oft explizit (Diagnosen, Beratungen, Krankschreibungen, Medikation).
- 💊 Medikamente: regelmäßig eingenommene Präparate (Name, Dosierung, Grund, Zeitraum).
- 🔎 Abklärungen: z. B. Bandscheibe, Haut, Schilddrüse – Ergebnis immer ergänzen.
Wichtig: Auch „kleine“ Themen (z. B. wiederkehrende Rücken‑/Migränebeschwerden) gehören rein, wenn explizit abgefragt. Lieber klar und kompakt antworten, als später Probleme bei der Leistung zu riskieren.
⚠️ Stolperfallen bei den Gesundheitsfragen – und wie man sie entschärft #
- 🎭 „War doch nur kurz…“ – Kurz heißt nicht irrelevant. Wenn abgefragt, angeben (z. B. zwei Krankschreibungen wegen Stress im letzten Jahr).
- ❓ Verdachtsdiagnosen – Immer als „Verdacht“ kennzeichnen und mit Ergebnis/Entwarnung ergänzen.
- 🧾 Fehlende Unterlagen – Besser vorher Patientenquittungen & Arztakten anfordern (siehe Checkliste).
- 🧠 Psychische Themen verharmlosen – Offen und klar: Auslöser, Verlauf, Therapieerfolg, symptomfrei seit …
- 🌿 OTC‑Mittel verschweigen – Wenn regelmäßig gegen ein Leiden genutzt, gehört die Info rein (z. B. Migräne, Allergie).
Aus der Beratung: Julia hatte vor zwei Jahren eine situative Belastungsreaktion. Mit sauberer Dokumentation (3 Sitzungen, keine Medikation, seither stabil) erreichte Frau Sander eine reguläre Annahme – ohne Ausschluss.
🧾 Unterlagen-Checkliste: So sammelst du alle Infos #
Mit dieser Liste bereitest du die Gesundheitsangaben gründlich – und entspannt – vor:
- 📜 Patientenquittung der Krankenkasse (Leistungen/Arztbesuche der letzten Jahre).
- 📁 Arztakte(n) Haus-/Fachärzte (Befunde, Berichte, ICD‑Codes, Therapien).
- 💊 Medikamentenliste (auch wiederkehrende OTC‑Mittel notieren).
- 🏥 Entlassungsberichte (Klinik/OP, Diagnosen, Verlauf, Nachbehandlung).
- 🗂️ Eigene Notizen (Wann? Warum? Wie behandelt? Ergebnis?).
🧠 Vorerkrankungen fair lösen: Strategien & Optionen #
Nicht jede Vorgeschichte führt zu einer Ablehnung. Häufige Ergebnisse:
- 🟢 Reguläre Annahme – ohne Einschränkung.
- 🟡 Zuschlag – Beitrag steigt, Leistung bleibt vollständig.
- 🔵 Ausschluss – bestimmte Bereiche (z. B. Rücken, Psyche) vom BU‑Schutz ausgenommen.
- 🟣 Aufschub – Neuprüfung nach stabiler Phase (z. B. 12–24 Monate ohne Beschwerden/Therapie).
- ⚪ Alternativen – bei Ablehnung: Grundfähigkeiten‑, Erwerbsunfähigkeits‑ oder Dread‑Disease‑Tarife als Notnagel.
Beratungskniff: Mit sauber aufbereiteten Informationen kann Frau Sander vorab simulieren, welcher Versicherer die beste Chance auf günstige Annahme bietet – und unnötige Absagen vermeiden.
🌍 Risiken außerhalb der Gesundheit: Hobbys, Reisen, Beruf #
Neben der Gesundheit fließen weitere Risikofaktoren in die Annahme ein:
- 🧗♀️ Hobbys: Klettern, Tauchen, Motorsport, Luftsport – Angaben zu Häufigkeit, Tiefe/Höhe, Ausbildung, Sicherheitsstandards.
- 🏍️ Verkehr: viel Motorrad/berufliches Fahren kann risikorelevant sein.
- 🧳 Reisen/Auslandsaufenthalte: Langzeitaufenthalte oder Destinationen mit erhöhtem Risiko transparent angeben.
- 👷 Berufliches Tätigkeitsprofil: Außendienst/Handwerk vs. Büro – konkrete Aufgaben beschreiben, nicht nur den Titel.
Tipp: Konkrete Angaben reduzieren Pauschalannahmen. „Ich tauche 6–8 Mal/Jahr, max. 30 m, mit Buddy & AOWD“ ist besser als „Ich tauche gelegentlich“.
🔐 Anonyme Risikovoranfrage bei Gesundheitsfragen #
Bevor du offiziell beantragst, kann dein Versicherungsmakler eine anonyme Risikovoranfrage bei mehreren Versicherern stellen – ohne deinen Namen in der Anfrage. So erfahrt ihr, wie Versicherer mit deiner Historie umgehen (regulär, Zuschlag, Ausschluss) – ohne negative Einträge zu riskieren. Das schützt die Annahmechancen und schafft Vergleichbarkeit.
- 🗂️ Daten strukturiert aufbereiten (Checkliste/Muster).
- 📤 Anonymisierte Anfrage an passende Versicherer.
- 📬 Vorabentscheidungen vergleichen.
- ✅ Best‑Match auswählen und offiziell beantragen.
✍️ Musterantworten: So formulierst du sauber & konkret #
Diese Formate helfen, präzise und nachvollziehbar zu antworten:
- 🧠 Psychische Belastung (abgeschlossen):
„02/2023–04/2023, situative Anpassungsstörung, 3 Sitzungen psychologische Beratung, keine Medikation, seit 05/2023 beschwerdefrei.” - 🏃 Orthopädie/Rücken (abgeheilt):
„08/2022, LWS‑Blockade, 2× Physio, Eigenübungen; seit 10/2022 beschwerdefrei, keine Einschränkungen.” - 🫁 Allergie (stabil):
„Heuschnupfen seit Kindheit, saisonal Cetirizin bei Bedarf; kein Asthma, keine Krankschreibungen.” - 🔎 Abklärung ohne Befund:
„03/2024, neurologische Abklärung Kopfschmerz; MRT unauffällig; Diagnose Spannungskopfschmerz; keine Dauermedikation.”
Goldene Regel: „Wahrheit + Struktur + Kontext = beste Annahmequote.“
❓ FAQ: Häufige Fragen zur BU‑Risikoprüfung #
- 💡 Wie detailliert muss ich antworten?
- So detailliert wie abgefragt: Zeitraum, Diagnose/Anlass, Behandlung, Ergebnis. Kurz & präzise, ohne Überlänge – mit Belegen.
- 💡 Muss ich alle Arztbesuche nennen?
- Innerhalb der abgefragten Zeiträume ja – insbesondere Diagnosen/Behandlungen. Bagatellen nur, wenn ausdrücklich erfragt.
- 💡 Was passiert, wenn ich etwas vergesse?
- Das kann später kritisch sein. Darum: Unterlagen einholen, Liste prüfen, und ggf. vor Policierung als Nachtrag dokumentieren lassen.
- 💡 Was, wenn ich psychische Themen hatte?
- Offen angeben, Verlauf & Stabilität belegen. Je klarer der Abschluss, desto eher reguläre Annahme oder moderate Zuschläge.
- 💡 Kann ich vorher wissen, wie der Versicherer entscheidet?
- Ja – mit einer anonymen Risikovoranfrage durch Frau Sander erhältst du belastbare Voreinschätzungen.
- 💡 Rauchen, BMI, Sportarten – angeben?
- Ja, wenn abgefragt. Konkrete Angaben verbessern die Bewertung und vermeiden pauschale Aufschläge.
- 💡 Was, wenn Unterlagen nachgefordert werden?
- Mit guter Vorbereitung ist alles parat – Frau Sander koordiniert die Nachreichung und begleitet den Prozess.
🏁 Fazit #
Die BU schützt deine Arbeitskraft – und damit deinen Lebensstandard. Der Schlüssel zu einer stabilen, fairen Policierung ist eine saubere Risikoprüfung mit korrekt beantworteten Gesundheitsfragen. Mit Struktur, Unterlagen und klarer Sprache wird aus Unsicherheit Planbarkeit. Frau Sander führt dich Schritt für Schritt: von der Bestandsaufnahme über die anonyme Risikovoranfrage bis zum passenden Tarif – damit du heute sicher startest und morgen gelassen bleibst.
Auf den Punkt: Wahrheit, Vollständigkeit, Struktur – und eine Maklerin, die weiß, wie Versicherer denken.